FDP wählt neuen Kreisvorstand – FNP berichtet

FDP-Spitze verjüngt: Wölfle wird Chef

Kreis-Liberale wählen neuen Vorstand – Johannes Baron kandidiert nicht mehr

Main-Taunus -„Wenn die FDP die Partei der Jungen ist, sollen es die Jungen auch machen.“ Mit diesen Worten machte der langjährige Kreisvorsitzende Johannes Baron (56) schon vor Beginn des Kreisparteitags der Liberalen deutlich, dass für ihn die Zeit für einen Stabwechsel gekommen war. Einen Kandidaten für seine Nachfolge konnte Baron den 45 Mitgliedern, die am Freitagabend in der Flörsheimer Stadthalle zusammengekommen waren, auch präsentieren: Dr. Marcel Wölfle aus Eppstein, Jurist und Jahrgang 1988, sollte den Schritt vom stellvertretenden Vorsitzenden zum Chef der Liberalen machen.

Dass er diese Rolle gut ausfüllen wird, trauen ihm seine Parteifreunde offenbar zu. Versammlungsleiterin Marion Schardt-Sauer, Bezirksvorsitzende der FDP und an diesem Abend souveräne Versammlungsleiterin, konnte jedenfalls ein einstimmiges Votum für Wölfle als neuen Vorsitzenden verkünden.

Johannes Baron nutzte seinen letzten Rechenschaftsbericht für einen selbstbewussten Rückblick. Die FDP habe nicht nur bei den Wahlen im vergangenen Jahr auf kommunaler Ebene wie im Bund „tolle Ergebnisse“ eingefahren, sie mache im Main-Taunus-Kreis auch so gute Arbeit, dass sie weiter als Koalitionspartner gewollt sei, obwohl CDU und Grüne auch allein hätten regieren können. Auch „die Kasse“ habe immer gestimmt, „wir konnten jeden Wahlkampf finanzieren“ (2021 übrigens mit insgesamt rund 33 000 Euro). Und mit der Sodenerin Bettina Stark-Watzinger komme nicht nur die Hessische Landesvorsitzende aus dem Kreisverband, mit ihr, die am späteren Abend dazustieß, habe dieser jetzt auch noch eine Bundesministerin in den eigenen Reihen.

Nur ein Viertel der Mitglieder weiblich – Frauen-Quote keine Lösung

Eine Bilanz, die Baron, der selbst als Kreisbeigeordneter im Landratsamt tätig ist, rhetorisch fragen ließ: „Was kann ein Kreisverband mehr erreichen?“ Indirekt machte er damit auch deutlich, warum der Zeitpunkt für den eigenen Abtritt nicht besser gewählt sein könnte. Bis zum nächsten „Höhepunkt“ für jeden Kreisverband, die Kommunalwahl, sei es zudem vier Jahre hin: Das gibt dem Nachfolger noch ausreichend Zeit, in die neue Aufgabe hineinzuwachsen.

Ein Thema, das die Liberalen „noch nicht in den Griff bekommen“ hätten, wie der Kelkheimer Baron formulierte, reicht er als Herausforderung an Wölfle weiter: „Die Hälfte der Menschen im Main-Taunus-Kreis ist weiblich – das ist bei uns leider noch nicht der Fall“, musste der scheidende Vorsitzende konstatieren. Die Quote zur Lösung komme nicht infrage. „Das ist kein liberaler Ansatz.“ Frauen mit Vorbild-Charakter habe die Partei bereits eine ganze Reihe, und das nicht erst seit Stark-Watzinger, erinnerte Baron, „und wir stellen sie auch nach vorn.“ Dennoch: Nur ein Viertel der aktuell 424 Mitglieder im Kreis sei weiblich. Für Baron ist daher klar: „Da müssen wir dranbleiben, denn wir sind keine Partei für ein Segment, wir wollen alle vertreten.“

Nahverkehr eine der Zukunftsaufgaben

Ein Anspruch, den auch der neue Vorsitzende Dr. Marcel Wölfle teilt. Wölfle, Fraktionsvorsitzender in der Eppsteiner Stadtverordnetenversammlung und Kreistagsmitglied, dankte nicht nur für sein 100-Prozent-Ergebnis und das damit ausgedrückte Vertrauen, der aus Niederjosbach stammende Jurist machte auch deutlich, er sehe seine Hauptaufgabe als Kreisvorsitzender darin, „unsere liberalen Themen selbstbewusst innerhalb der Koalition und nach außen zu vertreten.“ Der aktuelle Koalitionsvertrag trage „eine sehr liberale Handschrift“, als Zukunftsaufgabe nannte er, Nahverkehrsthemen im kleinsten Flächenkreis Deutschlands weiter voranzubringen.

 

Ebenfalls einstimmig wurden Claudia Schütz aus Flörsheim als Stellvertreterin und Schatzmeister Michael Genthner (Hattersheim) in ihren Ämtern bestätigt. Neu unter den drei Stellvertretern ist die Hofheimer FDP-Vorsitzende Michaela Schwarz, die 32 der 45 Stimmen erhielt, mit 35 Stimmen wurde Florian Conrad (Kriftel) als Stellvertreter bestätigt.

Extra: Weitere Änderungen im Vorstand

Im erweiterten Vorstand der FDP Main-Taunus gab es einige Veränderungen. Thomas Jung aus Hofheim, bisher Beisitzer, wurde zum Europabeauftragten gewählt. Mit Stephanie Müller (Schwalbach), Ramin Peymani (Kelkheim) und Gernot Zorn (Eppstein) wurden drei weitere bisherige Beisitzer in ihren Ämtern bestätigt. Nicht mehr als Beisitzer dabei sind Sven Hahnel, Ralf Lieser, Chrisitan Scherer, Norbert Groß sowie die langjährige Vorsitzende Gabriele Thiel. Neu in dieser Funktion im verjüngten Kreisvorstand dabei: Dr. Ralf Anacker (Kelkheim), Jan Baumfalk (Flörsheim) Sarah Czinkota (Bad Soden), Dr. Andreas Graf Gatterburg (Hattersheim), Stefan Hollidt (Bad Soden), Dietrich Janssen (Liederbach), Dr. Michaela Kriegelstein (Kelkheim) und Thomas Spriegel (Eschborn).

Den zitierten Artikel der FNP finden Sie hier


Neueste Nachrichten

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.