Komplett Wahlprogramm
I. Für den Main-Taunus-Kreis. Für Euch.
Als Freie Demokraten im Main-Taunus-Kreis wissen wir: Politik muss sich an dem orientieren, was den Menschen wirklich wichtig ist. Ob Bildung, Mobilität, Sicherheit oder Verwaltung – was zählt, sind Lösungen, die vor Ort spürbar helfen und das Leben der Bürgerinnen und Bürger konkret verbessern.
Unser Herz schlägt für die Kommunen im Main-Taunus-Kreis – und für die Menschen, die hier leben. Deshalb hören wir zu, handeln lösungsorientiert und kämpfen mit Leidenschaft für eine starke, moderne und verlässliche Kommunalpolitik. Wir glauben an Eigenverantwortung und Freiheit, aber auch an ein Miteinander, das gestaltet statt verwaltet.
II. Weltbeste Bildung im Main-Taunus-Kreis
Bildung ist der Schlüssel zu individueller Freiheit, gesellschaftlicher Teilhabe und wirtschaftlicher Stärke. Im Main-Taunus-Kreis wollen wir dafür sorgen, dass jedes Kind die besten Chancen erhält – unabhängig vom Elternhaus. Eine moderne, zukunftsorientierte Bildungspolitik fängt bei funktionierenden Schulen an, geht aber weit darüber hinaus. Sie reicht von der frühkindlichen Förderung bis zur beruflichen Bildung, von digitalen Standards bis zur demokratischen Mitbestimmung. Wir Freie Demokraten stehen für weltbeste Bildung in einem leistungsfähigen, modernen und chancengerechten Bildungssystem.
Wie wir die Bildung im Main-Taunus-Kreis weiter verbessern wollen:
- Sanierung und Instandhaltung vorantreiben: Das Schulbau- und Sanierungsprogramm des Main-Taunus-Kreises soll konsequent fortgesetzt werden.
- Mehr Handlungsspielraum für die Schulen: Die Schulen sollen bei ihren Entscheidungen über Anschaffungen mehr finanziellen Spielraum erhalten. Dadurch können Entscheidungen vor Ort schneller, effizienter und bedarfsgerechter getroffen werden.
- Wohnortnahe Schulplatzversorgung sicherstellen: Der Main-Taunus-Kreis sorgt für eine ausreichende wohnortnahe Schulplatzversorgung. Dabei hat die kostengünstige Erweiterung bestehender Schulen Vorrang vor Neubauten. Im Main-Taunus-Kreis soll zeitnah ein weiteres eigenständiges Gymnasium entstehen.
- Kooperation mit Vereinen stärken: Die Zusammenarbeit von Schulen mit Vereinen vor Ort wird unterstützt, um den Schulalltag durch sportliche, musische und soziale Angebote zu bereichern und Talente zu fördern. Hierzu gehört auch, dass den Vereinen ausreichend Kapazitäten in den Sporthallen des Kreises zur Verfügung gestellt werden.
- Schulsozialarbeit modernisieren: Veraltete Regelungen zur Schulsozialarbeit werden überarbeitet. Der Kreis sorgt für eine bessere Ausstattung und verbessert die Kooperation mit der Jugendsozialarbeit.
- Duale Ausbildung fördern: Der Kreis bringt Schulen und Betriebe zusammen und unterstützt aktiv die Information über und die Vermittlung in duale Ausbildungswege, um jungen Menschen eine freie und selbstbestimmte Bildungsentscheidung zu ermöglichen.
- Digitalisierung und Modernisierung der Schulen vorantreiben: Wir setzen verbindliche Mindeststandards für die digitale und technische Ausstattung aller Schulen im Kreis. Darüber hinaus erhalten Schulen größtmögliche Autonomie bei der konkreten Umsetzung und Auswahl der eingesetzten Mittel.
- Digitale Hausmeister: Wir fordern den Ausbau fest zugeordnete IT-Fachkräfte an allen Schulen im Main-Taunus-Kreis, die sich um Wartung, Updates und Support kümmern. So stärken wir die digitale Kompetenz der Schulträger, entlasten Lehrkräfte und sorgen dafür, dass digitale Bildung nicht an kaputten Geräten oder fehlender Hilfe scheitert.
- MINT-Bildung stärken und ausbauen: Wir fördern gezielt die naturwissenschaftlich-technische Bildung im Kreis – durch Kooperationen mit Hochschulen, Unternehmen und Initiativen zur MINT-Bildung. Ziel ist es, die Innovationskompetenz unserer Kinder und Jugendlichen zu stärken und sie auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten.
- Begabtenförderung intensivieren: Wir setzen uns für die gezielte Förderung besonders leistungsstarker Schülerinnen und Schüler ein. Mit freiwilligen Zusatzangeboten, Wettbewerben und Kooperationen mit externen Bildungspartnern wollen wir Talente frühzeitig erkennen und individuell unterstützen. Ziel ist es, persönliche Potenziale unabhängig vom sozialen Hintergrund zu entfalten.
- Gründermut fördern – Start-up-Kultur an Schulen etablieren: Wir wollen den Gründergeist schon im Klassenzimmer wecken. Der Kreis soll unternehmerisches Denken durch Wettbewerbe, Start-up-AGs und Kooperationen mit Gründerzentren stärken. So schaffen wir ein Umfeld, in dem Ideen wachsen, Verantwortung gefördert und Innovation gelebt wird.
- Ganztagsangebote und Kinderbetreuung ausbauen: Der Main-Taunus-Kreis fördert den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung an Schulen – sowohl in gebundenen als auch in offenen Ganztagsformaten. Flexiblere Kinderbetreuungsangebote sind familienfreundlicher und wirken dem Fachkräftemangel entgegen und unterstützen damit auch die lokale Wirtschaft.
- Gesunde und hochwertige Schulverpflegung sicherstellen: Die Schulverpflegung soll gesund, lecker und preiswert sein. Die Vergabe erfolgt über den freien Markt unter Berücksichtigung regelmäßiger Qualitätskontrollen und transparenter Preisgestaltung.
- Medien- und Demokratiekompetenz stärken: Projekte zur Medien- und Demokratiebildung an Schulen werden gezielt unterstützt, um junge Menschen früh für kritisches Denken, Meinungsfreiheit und gesellschaftliche Verantwortung zu sensibilisieren.
- Mitbestimmung von Schülern, Kindern und Jugendlichen verbessern: Schüler, Kinder und Jugendliche sollen institutionell und wirksam an allen Entscheidungen beteiligt werden, die sie betreffen – sei es im Schulalltag oder auf kommunaler Ebene.
III. Mobilität – zuverlässig, flexibel und sicher
Mobilität ist ein Grundbedürfnis und ein wichtiger Standortfaktor. Der Main-Taunus-Kreis braucht ein modernes, verlässliches und nachhaltiges Mobilitätsangebot, das den vielfältigen Bedürfnissen von Pendlern, Familien, Schülern und Senioren gerecht wird. Wir Freie Demokraten setzen uns für eine innovative, technologieoffene und serviceorientierte Verkehrspolitik ein, die individuelle Freiheit und Umweltverantwortung verbindet.
Wie wir die Mobilität im Main-Taunus-Kreis weiter verbessern wollen:
- Flughafen Frankfurt als Wirtschaftsfaktor: Wir bekennen uns klar zum Flughafen Frankfurt als bedeutendstem Wirtschaftsmotor und Mobilitätsdrehkreuz unserer Region. Wir setzen uns dafür ein, seine Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Gleichzeitig stehen wir für einen fairen Interessenausgleich mit den Menschen im Umland durch aktiven Lärmschutz und transparente Kommunikation.
- Ausbau des ÖPNV: Die Umsetzung der Regionaltangente West, die Wallauer Spange sowie die RB 12 (Viertelstunden-Takt) gehören für uns zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten diese Region. Den Busverkehr wollen wir bedarfsgerecht weiterentwickeln. Darüber hinaus setzen wir uns für eine gezielte Verbesserung der ÖPNV-Anbindung an zentrale Gewerbe- und Dienstleistungsstandorte wie Eschborn Süd, Sulzbach und den Frankfurter Westen ein. So stärken wir berufliche Mobilität, entlasten den Pendlerverkehr auf unseren Straßen und fördern die Attraktivität unserer Wirtschaftsregion.
- Attraktivität der ÖPNV-Angebote erhöhen: Der ÖPNV soll zuverlässiger und attraktiver werden. Für uns gilt dabei: Qualität statt Quantität – saubere, zuverlässige und sichere Angebote haben immer Vorrang vor dem Ausbau nicht nachhaltig finanzierter Niedrigpreismodelle. Zudem wollen wir Effizienzpotenziale im ÖPNV heben und den Kostendeckungsgrad verbessern. Unser klarer Fokus liegt darauf, die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur wieder spürbar zu steigern.
- Innovationen stärken: Wir begrüßen und fördern Innovationen im Main-Taunus-Kreis ausdrücklich: Hierzu zählen innovative On-Demand-Verkehre sowie Konzepte für autonomes Fahren im ÖPNV. Ein Ausbau des in Hofheim und Eppstein bereits erfolgreichen etablierten Colibri-Modells könnte hierbei einen wichtigen Beitrag leisten. Nutzer sollen im Main-Taunus-Kreis grundsätzlich alle Verkehrsangebote digital vernetzt nutzen können. Carsharing, Bikesharing und andere Sharing-Modelle sollen hierbei ausgebaut und in das Verkehrsangebot integriert werden.
- Leistungsfähigkeit der Straße erhöhen: Das Automobil ist und bleibt eines der beliebtesten und im Alltag wichtigsten Fortbewegungsmittel der Menschen im MTK. Die Menschen im MTK sind dementsprechend auf ein leistungsfähiges Straßennetz angewiesen. Wir möchten die Zusammenarbeit mit Hessen Mobil verbessern sowie unsere kreiseigenen Straßen ausreichend finanzieren. Der Einsatz von digitalen Technologien soll den Verkehrsfluss verbessern und Staus reduzieren. Die effiziente und transparente Parkraumbewirtschaftung in den Kommunen wird unterstützt.
- Infrastruktur für E-Mobilität verbessern: Der Ausbau von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge wird gezielt vorangetrieben, an kreiseigenen Gebäuden, öffentlichen Einrichtungen und in Gewerbegebieten.
- Radwege ausbauen und sicher machen: Wir wollen die Vernetzung der Radwege zwischen den Gemeinden im Main-Taunus-Kreis gezielt verbessern. Zudem setzen wir uns für die Umsetzung sicherer und attraktiver Zubringerstrecken zu den geplanten Radschnellwegen im Kreisgebiet ein. Damit schaffen wir ein durchgängiges und alltagstaugliches Radverkehrsnetz für Pendler und Freizeitnutzer.
- Verkehrssicherheit erhöhen: Wir wollen weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, umsetzen. Hierbei liegt unser Schwerpunkt auf Maßnahmen zur Sicherung der Schulwege. Unser Goldstandard ist dabei, wo immer möglich, die bauliche Trennung der verschiedenen Verkehrsträger, um allen Menschen in Bewegung ein angemessenes Sicherheitsgefühl zu geben.
IV. Integration und Soziales – Chancen schaffen und Verantwortung einfordern
Für uns Freie Demokraten ist Integration ein gegenseitiger Prozess, der klare Erwartungen an alle Beteiligten stellt. Menschen, die bei uns Schutz suchen oder dauerhaft bleiben möchten, sollen möglichst schnell auf eigenen Beinen stehen. Dafür braucht es gezielte Förderung, aber auch konsequente Forderungen. Unser Ziel ist eine integrationsorientierte Migrationspolitik, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt, die Sozialsysteme entlastet und Menschen in Arbeit bringt.
Wie wir die Integration im Main-Taunus-Kreis weiter verbessern wollen:
- Arbeitsmigration fördern: Die Migration von qualifizierten Menschen ist ein wichtiger Baustein, um den Fachkräftemangel und den demografischen Wandel zu begegnen. Diese begrüßen wir ausdrücklich und möchten sie im Rahmen der kreiseigenen Zuständigkeit fördern.
- Sprache als Schlüssel zur Teilhabe: Das Erlernen der deutschen Sprache ist Voraussetzung für jede Form der Integration. Sprachkurse müssen bedarfsgerecht und niedrigschwellig sein – insbesondere für Kinder, Jugendliche und Berufseinsteiger.
- Klare Leitplanken für ein friedliches Zusammenleben: Wir fordern ein aktives Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Wir erwarten die Bereitschaft sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren – auch kulturell. Dazu gehört auch die Überzeugung, dass Religion nicht über dem Recht stehen darf. Sofern dies Einzelne nicht akzeptieren, müssen auch Sanktionen greifen.
- Integration durch Arbeit vorantreiben: Der Kreis unterstützt Programme, die gezielt die Vermittlung und Qualifizierung von Migranten fördern – in Zusammenarbeit mit Arbeitgebern und Bildungsträgern. Wer arbeiten kann, soll arbeiten – mit individueller Qualifizierung, Sprachkursen und digitaler Basisausbildung. Die Integration in den Arbeitsmarkt ist nicht nur die Aufgabe der Arbeitsförderung und der Unternehmen, sondern insbesondere jedes Einzelnen.
- Integration durch Eigenverantwortung und Arbeitsbereitschaft: Wer staatliche Unterstützung erhält und arbeitsfähig ist, muss auch arbeiten. Wir fordern daher eine konsequente Anwendung von Arbeitsverpflichtungen sowie Sanktionen bei Verweigerung – selbstverständlich unter Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze. Es muss hierfür auch mehr Kontrollen geben, wer überhaupt anspruchsberechtigt ist. Wer zum Beispiel Bürgergeld empfängt und zusätzlich Schwarzarbeit leistet, macht sich strafbar und muss entsprechend sanktioniert werden.
- Betreuung und Unterrichtung von Kindern mit Migrationshintergrund: Kinder und Jugendliche, die zugewandert sind, müssen die gleichen Bildungschancen erhalten wie ihre Altersgenossen. Dafür müssen die Angebote für Betreuung, Sprachförderung und schulische Integration bedarfsgerecht mitwachsen.
- Finanzierung der Integrationsarbeit: Der Kreis steht für eine verursachergerechte Finanzierung der Unterbringung von Flüchtlingen und fordert eine stärkere Beteiligung von Bund und Land. Die Kosten der Unterbringung müssen deutlich reduziert werden. Die Fortsetzung der Weiterleitung des Integrationsgeldes vom Kreis an die Städte und Gemeinden unterstützen wir ausdrücklich.
- Digitale Angebote für Integration und Information ausbauen: Online-Plattformen, Apps und digitale Beratungsangebote sollen den Zugang zu Integrationsmaßnahmen erleichtern und bürokratische Hürden abbauen.
V. Sicherheit – stark, sichtbar, bürgernah
Sicherheit ist ein Grundbedürfnis. Die Menschen im Main-Taunus-Kreis erwarten einen starken, präsenten und bürgernahen Polizei- und Ordnungsdienst. Prävention und konsequente Strafverfolgung sind gleichermaßen wichtig, um das Sicherheitsgefühl zu stärken und Recht und Ordnung durchzusetzen.
Wie wir die Sicherheit im Main-Taunus-Kreis verbessern wollen:
- Zusammenarbeit fördern: Eine enge Kooperation zwischen Polizei- und Ordnungsbehörden, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Akteuren ist entscheidend für die Sicherheit vor Ort und wird von uns aktiv unterstützt.
- Präsenz erhöhen: Streifen sollen sichtbarer und präsenter im öffentlichen Raum unterwegs sein, ansprechbar für die Bürgerinnen und Bürger sein und dem allgemeinen Sicherheitsgefühl zuträglich sein.
- Prävention stärken: Präventionsprogramme für Kinder, Jugendliche und Senioren werden ausgeweitet.
- Digitalisierung und Technik nutzen: Um Polizeiarbeit effizient zu gestalten, muss moderne technische Ausstattung zum Standard auf jeder Polizeiwache werden. Sowohl die Ansprechbarkeit und Kontaktaufnahme über Onlinekanäle als auch die rein brennpunktfokussierte Aufklärungsarbeit mittels moderner Technik finden unsere Unterstützung.
VI. Gesundheitsversorgung – Qualität sichern und Wirtschaftlichkeit erreichen
Eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung ist ein Grundpfeiler unserer Daseinsvorsorge. Die varisano-Kliniken leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung im Main-Taunus-Kreis, und tagtäglich engagieren sich dort Menschen mit großem Einsatz und hervorragender Arbeit für das Wohl der Patienten. Wir Freien Demokraten unterstützen den Erhalt aller Klinikstandorte im Main-Taunus-Kreis, verlangen jedoch die zügige Umsetzung des beschlossenen Finanzierungskonzepts.
Wie wir die Gesundheitsversorgung im Main-Taunus-Kreis verbessern wollen:
- Wohnortnahe Gesundheitsversorgung sicherstellen: Wir setzen uns für eine wohnortnahe und gut erreichbare Gesundheitsversorgung ein, die den Menschen im Main-Taunus-Kreis kurze Wege und schnelle Hilfe garantiert. Wir bekennen uns ausdrücklich zu den drei Klinikstandorten Hofheim, Bad Soden und Höchst – mit klarer Aufgabenteilung und Vermeidung von Ineffizienzen. Hierzu gehört auch der Abbau von Doppelstrukturen sowie die Bildung von klaren Schwerpunkten. Dies trägt nicht nur zur Wirtschaftlichkeit bei, sondern sichert und erhöht letztendlich auch die Qualität der Leistungserbringung.
- Reformprozess der Kliniklandschaft in Deutschland aktiv mitgestalten: Die Finanzierung der Kliniken im Main-Taunus-Kreis ist aktuell durch langfristige Vereinbarungen, Rückbürgschaften und Patronatserklärungen des Kreises gesichert. Die Kliniken müssen bis spätestens 2029 wieder ein positives Betriebsergebnis ausweisen. Der aktuelle Restrukturierungsprozess muss im Dialog mit allen Beschäftigten, Gewerkschaften und Interessengruppen geführt werden – wirtschaftlich tragfähig und sozial verantwortlich. Die FDP unterstützt hierbei auch den Appell an Bund und Land, die Investitionskosten, Energiekosten und Brückenfinanzierungen vollumfänglich zu übernehmen.
- Chancen der Digitalisierung nutzen: Wir möchten Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte durch digitale Lösungen entlasten – etwa durch Telemedizin, digitale Dokumentation und moderne Kommunikationsplattformen. So bleibt mehr Zeit für die Menschen statt für Bürokratie. Pilotprojekte wie der aktuell im Main-Taunus-Kreis im Einsatz befindliche „Ambulance Video Assistant“ (AVA) unterstützen wir ausdrücklich.
VII. Moderne Verwaltung – effizient und bürgernah
Die Verwaltung im Main-Taunus-Kreis muss schneller, effizienter und transparenter werden. Dafür setzen wir auf konsequente Digitalisierung und klare Zuständigkeiten. Bürger sowie Unternehmen erwarten zu Recht zeitgemäße Angebote, die online verfügbar und einfach nutzbar sind.
Wie wir unsere Verwaltung modernisieren wollen:
- Servicegedanken der Verwaltung ausbauen: Die Verwaltung erbringt gegenüber den Bürgern Dienstleistungen. Diese sollen bürgerfreundlicher ausgestaltet werden, beispielsweise durch bürgerfreundlichere Öffnungszeiten oder eine neue KFZ-Zulassungsstelle, die mehr Platz und auch eine Zulassung ohne vorherige Terminvereinbarung ermöglicht. Zudem soll der Kreis seine verbindliche Bauberatung ausbauen.
- Verwaltung muss wieder leisten, was sie verspricht: Qualität statt Quantität: Lieber weniger Leistungen anbieten – dafür aber verlässlich, verständlich und in guter Qualität. Wir wollen ein ehrliches Leistungsversprechen der Verwaltung, das auch eingehalten wird. Wir fordern zudem eine klare Aufgabenprüfung und gegebenenfalls auch den Mut, sich von nicht prioritären Aufgaben zu trennen.
- Krisenfeste Verwaltung aufbauen: Die Pandemie, Flüchtlingskrisen und Naturereignisse haben gezeigt, wie schnell Verwaltungen überfordert sind. Wir fordern organisatorische und digitale Resilienz – mit Notfallplänen, digitaler Infrastruktur und geschultem Personal.
- End-to-End-Digitalisierung von Verwaltungsprozessen: Verwaltungsabläufe sollen vom Antrag bis zur Entscheidung vollständig digitalisiert und medienbruchfrei zwischen Land, Kreis und Kommunen integriert werden.
- Transparenz und Verantwortlichkeiten neu denken: Prozesse werden so gestaltet, dass sie schnell, nachvollziehbar und effizient sind – mit klaren Zuständigkeiten und kurzen Entscheidungswegen. Der Bearbeitungsstand von Anträgen soll für Bürgerinnen und Bürger jederzeit digital einsehbar sein.
- Einheitliche IT-Infrastruktur im Kreis: Wir setzen auf eine einheitliche Softwarelösung für alle Kommunen im Kreis. Individuallösungen einzelner Städte und Gemeinden und Insellösungen gehören der Vergangenheit an. Kreis und Kommunen sollen deswegen ihre Beschaffung (z. B. IT, Ausstattung, Fuhrpark, Weiterbildung) bündeln, um so Effizienzgewinne und Kostenvorteile zu erzielen. Die Leistungen der Städte und Gemeinden im Kreis sollen zudem vergleichbarer erbracht werden. Auf Kreisebene wollen wir dabei von den Besten lernen, statt auf die Langsamsten zu warten.
- Externe Dienstleister gezielt einsetzen: IT-Services sollen dort ausgelagert werden, wo dadurch Fachkräfte entlastet und Stellenpläne gestrafft werden können.
- Baukosten im Griff behalten: Bauprojekte müssen effizient geplant, eng begleitet und konsequent kontrolliert werden – mit stringenter Ausschreibung, Standardisierung und professionellem Projektcontrolling.
- Technologischer Modernisierungsschub: Wir wollen moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz, Datenanalyse und Prozessautomatisierung gezielt in der Verwaltung einsetzen – für schnellere Entscheidungen, weniger Bürokratie und effizienteren Ressourceneinsatz. Behördengänge sollen zudem auch online möglich sein – einfach, sicher und jederzeit. Formulare, Anträge und Services müssen digital abrufbar und medienbruchfrei bearbeitbar sein. Unser Ziel: weniger Papier, weniger Wartezeit, mehr Service.
- Transparente Kommunen: Wir stehen hinter der aktuellen Informationsfreiheitssatzung des Main-Taunus-Kreises. Kommunale Daten sollen soweit möglich OpenData-Portalen zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören zum Beispiel Geodaten, Statistiken, Haushaltszahlen oder Umweltinformationen. So schaffen wir mehr Transparenz, stärken das Vertrauen in die Verwaltung und fördern Innovationen, etwa durch Anwendungen von Start-ups, Wissenschaft oder engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Offene Daten gehören einer offenen Gesellschaft.
VIII. Wirtschaft – Standort sichern, Chancen nutzen
Ein starker Wirtschaftsstandort ist das Fundament für Wohlstand und Innovation im Main-Taunus-Kreis. Die Wirtschaft in unserer Region zeigt sich dynamisch und widerstandsfähig – doch sie steht auch unter Druck: Fachkräftemangel, fehlende Gewerbeflächen, zu viel Bürokratie und hohe Abgaben bremsen das Wachstum. Wir Freie Demokraten wollen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit Unternehmen im MTK erfolgreich wirtschaften, investieren und ausbilden können.
Wie wir die Wirtschaft im Main-Taunus-Kreis stärken wollen:
- Mehr Gewerbeflächen ausweisen und Entwicklungspotenziale heben: Der Mangel an geeigneten Flächen ist ein akutes Problem – für Neuansiedlungen wie auch für bestehende Betriebe. Wir fordern eine aktive Flächenpolitik mit schneller Erschließung und interkommunalen Kooperationen.
- Schnelle Genehmigungen und wirtschaftsfreundliche Verwaltung: Genehmigungsverfahren im Kreis müssen – wo möglich – vereinfacht, digitalisiert und beschleunigt werden. Unternehmen brauchen klare Ansprechpartner, transparente Prozesse und echte Planungssicherheit.
- Digitale Verwaltung als Standortvorteil nutzen: Wir machen uns für eine konsequente Digitalisierung kommunaler Abläufe stark – insbesondere bei Baugenehmigungen, Anträgen und Unternehmensservices. Ziel ist es, auch Verwaltungsvorgänge zu bündeln und zu harmonisieren.
- Kommunale Abgaben auf den Prüfstand stellen: Hohe Grund- und Gewerbesteuern, steigende Gebühren und Auflagen schwächen die Wettbewerbsfähigkeit. Wir fordern eine Überprüfung kommunaler Belastungen im Sinne wirtschaftlicher Fairness.
- Bezahlbarer Wohnraum für Fachkräfte: Wirtschaft braucht Menschen – und Menschen brauchen Wohnraum. Deshalb setzen wir uns für eine aktive Bodenpolitik, kluge Nachverdichtung, zügige Planungsverfahren und eine enge Abstimmung mit der aktuellen Infrastrukturplanung ein.
- Wirtschaft in die kommunale Entwicklung einbinden: Politik muss mit der Wirtschaft sprechen, nicht über sie. Wir fordern feste Beteiligungsformate bei Standortentscheidungen, Mobilitätsplanung und Infrastrukturmaßnahmen. Heute besteht die Vernetzung der Wirtschaftsförderungsinitiativen der Städte und Gemeinden im Kreis primär aus einer Webseite, die die Einzelinitiativen auflistet. Hier sehen wir Potenzial für eine vertiefte interkommunale Zusammenarbeit.
- Breitband und Mobilfunk überall ausbauen: Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist für alle Unternehmen heute unverzichtbar – auch im Handwerk, Handel und der Industrie. Funklöcher und langsames Internet müssen im Main-Taunus-Kreis endgültig der Vergangenheit angehören.
- Innovationen, Start-ups und Mittelstand fördern: Wir setzen uns für ein lebendiges Gründungsumfeld ein – mit Förderberatung, Gründerzentren und Raum für neue Ideen. Wir stärken die Zusammenarbeit mit Start-ups, Hochschulen und Unternehmen, um den Technologiestandort Main-Taunus-Kreis weiter auszubauen. Innovative Projekte werden gezielt unterstützt.
- Innenstädte und Ortskerne beleben: Ein starker Einzelhandel und lebendige Innenorte brauchen Erreichbarkeit, Parkmöglichkeiten, Aufenthaltsqualität und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen. Wir fördern Kooperationen zwischen Handel, Kommune und Wirtschaftsförderung. Tourismus und Naherholung bieten wirtschaftliche Chancen für Gastronomie, Einzelhandel und Kultur. Wir möchten den Main-Taunus-Kreis als Ziel für Tages- und Kurzurlauber stärken – digital, regional vernetzt und mit attraktiver Infrastruktur.
- Technologiestandort Main-Taunus: Innovation fördern, Zukunft sicher: Der Main-Taunus-Kreis soll ein führender Technologiestandort der Rhein-Main-Region werden. Wir wollen technologieorientierte Unternehmen, IT-Dienstleister und forschungsnahe Betriebe gezielt anziehen. Dafür setzen wir auf attraktive Gewerbeflächen, hochleistungsfähige digitale Infrastruktur und eine aktive Netzwerkbildung zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung.
- Keine Konkurrenzangebote für unsere Wirtschaft: Die wirtschaftlichen Aktivitäten des Main-Taunus-Kreises sowie der Städte und Gemeinden sollen auf das zwingend erforderliche Maß beschränkt bleiben. Staatliche oder kommunale Angebote dürfen keine Konkurrenz zu bestehenden privaten Unternehmen darstellen. Denn viele Aufgaben können von der örtlichen Wirtschaft effizienter, kundenfreundlicher und innovativer erbracht werden. Wo immer möglich, setzen wir deshalb auf Kooperation mit privaten Anbietern statt auf staatliche Eigenbetriebe.
IX. Umwelt und Energie – verantwortungsvoll und wirtschaftlich
Nachhaltiger Umgang mit Umwelt und Ressourcen ist unverzichtbar. Wir Freie Demokraten setzen auf Innovation, Technologieoffenheit und marktwirtschaftliche Anreize, um Klima- und Umweltschutz mit wirtschaftlicher Entwicklung zu verbinden.
Wie wir die Nachhaltigkeit im Main-Taunus-Kreis stärken wollen:
- Nachhaltigkeit als Leitprinzip: Nachhaltigkeit wird als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen verankert – von der Mobilität über Umwelt bis zur Verwaltung.
- Umweltbilanz und Energieeffizienz steigern: Klimaschutz muss realistisch und finanzierbar gestaltet werden, ohne die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu gefährden. Deshalb wollen wir energetische Sanierungen und Effizienzmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden gezielt vorantreiben, da sie sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll sind. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der energetischen Sanierung der Schulen im Main-Taunus-Kreis.
- Beratungsangebote ausbauen: Sanierungsmaßnahmen sind oftmals technisch komplex und die Förderlandschaft in Deutschland für Bürger kaum zu überblicken. Wir möchten deswegen die Energieberatung des Main-Taunus-Kreises erhalten und ggf. zielgerichtet und bedarfsgerecht ausbauen.
- Umweltbildung stärken: Schulen und Bürger werden für Umweltfragen sensibilisiert.
- Naturschutzgebiete erhalten: Der Erhalt der Natur und der Biodiversität hat einen hohen Stellenwert. Hier stellen sich im Main-Taunus-Kreis als kleinster und zugleich dichtbesiedelter Flächenkreis in Deutschland besondere Anforderungen.
